
Was ist anthroposophische Medizin?
Anthroposophische Medizin hat einen ganzheitlichen, integrativen Ansatz, der die klassische Schulmedizin anerkennt und um Erkenntnisse aus der anthroposophischen Geisteswissenschaft wesentlich ergänzt. Spezielle anthroposophische Therapiemethoden und Arzneimittel berücksichtigen die Individualität eines jeden Menschen.
In der anthroposophischen Medizin wird der Mensch mit seiner gesamten Persönlichkeit betrachtet. Neben dem rein Körperlichen werden auch geistige und seelische Aspekte in die Therapie einbezogen, z.B. Körperbau, Bewegungen und Gestik, Wärme- und Kälteempfindlichkeit. Aus dem daraus entstehenden Gesamtbild der kranken Person wird eine individuelle Therapie entwickelt.
Das oberste Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte des Menschen zu erkennen und zu aktivieren. Hierin liegt der Unterschied zur Schulmedizin: Während diese in erster Linie bemüht ist, Krankheitskeime abzutöten, Krankheitsprozesse zu unterdrücken und fehlende Stoffe zu ersetzen, will die anthroposophische Medizin das innere Gleichgewicht des Patienten wiederherstellen und die eigenen Abwehrkräfte stärken. Der Patient soll aus sich heraus die Krankheit überwinden. Aus der Perspektive der anthroposophischen Medizin ist das Auftreten einer Krankheit auch eine Chance: sie kann das Bewusstsein schärfen und fördert die Chance zur persönlichen Entwicklung.

Herstellung anthroposophischer Arzneimittel
Für anthroposophische Arzneimittel werden neben pflanzlichen auch mineralische und tierische Ausgangsstoffe verwendet. Auf eine hohe Qualität der Ausgangsstoffe wird viel Wert gelegt. Ebenso bedeutsam sind aber auch die speziellen Herstellverfahren, z.B. rhythmische Prozesse wie das Potenzieren, Wärmeanwendungen, vegetabilisierte Metalle und Metallspiegel.

Ursprünge der Anthroposophie
Die Auswahl der Rohstoffe, deren Weiterverarbeitung durch bestimmte Herstellmethoden und die Anwendung in der anthroposophischen Therapie gehen maßgeblich zurück auf den Philosophen und Wissenschaftler Rudolf Steiner (1861 - 1925). In den 1920er Jahren entwickelte er gemeinsam mit der holländischen Ärztin Ita Wegmann (1876 - 1943) die anthroposophische Medizin aus der anthroposophischen Geisteswissenschaft heraus. Anthroposophie leitet sich übrigens aus dem Griechischen ab: anthropos bedeutet Mensch und sophia Weisheit.
